Das Forschungsflugzeug HALO
Das Forschungsflugzeug HALO wird eine bisher unerreichte Qualität von Messungen gerade in den für das Leben auf der Erde so bedeutsamen Höhenschichten der Atmosphäre bieten. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis der Ozonproblematik und dem Austausch von Luftschadstoffen geleistet. HALO soll vor allem in der Troposphäre und der unteren Stratosphäre Messungen machen und für Erdbeobachtungen eingesetzt werden. Nach acht Jahren Bau- und Zulassungszeit wurde HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) 2012 an die Wissenschaft übergeben. Für das Jahr 2013 sind die ersten Messkampagnen geplant.
Die Flugzeugplattform HALO übertrifft bei nahezu allen wichtigen Parametern die Leistungsfähigkeit aller bisher operierenden Forschungsflugzeuge weltweit: bei einer Flughöhe von mehr als 15 Kilometern, einer Nutzlast von drei Tonnen und einer Reichweite über 8000 Kilometern sind damit erstmals Messungen auf der Skala von Kontinenten, auf allen Breiten, von den Tropen bis zu den Polen sowie in Höhen bis zur unteren Stratosphäre möglich.
Zu den Forschungsschwerpunkten von HALO zählen Untersuchungen zu
- der für das Klima und die Ausbildung von Extremwetterereignissen wichtigen Niederschlagsbildung einschl. des vertikalen Transports von Feuchte und Wolkenwasser,
- den Selbstreinigungsprozessen in der Atmosphäre sowie
- den chemischen und dynamischen Prozesse im Übergangsbereich zwischen Troposphäre und Stratosphäre
Die herausragenden Eigenschaften des Forschungsflugzeugs eröffnen der deutschen Klima- und Atmosphärenforschung vollkommen neue Dimensionen und festigen ihre Stellung in der Weltspitze. HALO setzt eine erfolgreiche deutsche Tradition fort: die des Forschungsflugzeuges Falcon, das aus Altersgründen ausgemustert wird. Das DLR hat dieses Forschungsflugzeug seit Jahren betrieben. Mit dieser Erfahrung hatte es die Aufgabe übernommen, einen Hersteller für den Bau von HALO zu finden und die vertraglichen Grundlagen dafür auszuarbeiten. Für HALO ist ein Business Jet umgerüstet worden, der durch spezielle Öffnungen im Rumpf für optische Fenster und Lufteinlässe sowie Befestigungspunkte für die Montage von Messausrüstung unter dem Rumpf oder unter den Tragflächen für wissenschaftliche Aufgaben geeignet ist.
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