Das Forschungsflugzeug HALO

HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) ist ein deutsches Forschungsflugzeug zur wissenschaftlichen Untersuchung der Erdatmosphäre. Es ermöglicht Messungen in den für das Leben auf der Erde so bedeutsamen Höhenschichten der Atmosphäre in bisher unerreichter Qualität. Die Untersuchungen leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Ozonchemie und dem Austausch von Luftschadstoffen. HALO führt vor allem Messungen in der Troposphäre und der unteren Stratosphäre durch und wird auch zur Erdbeobachtung eingesetzt.

Nach acht Jahren Bau- und Zulassungszeit wurde HALO 2012 an die Wissenschaft übergeben. Seitdem wurden mehrere Messkampagnen der Max-Planck Gesellschaft (MPG) durchgeführt und weitere Kampagnen sind für die nächsten Jahre geplant. Hieran sind neben dem Max-Planck Institut für Chemie das Max-Planck Institut für Meteorologie in Hamburg und das Max-Planck Institut für Biogeochemie in Jena beteiligt.

Zu den Forschungsschwerpunkten von HALO zählen Untersuchungen zu

  • der für das Klima und die Ausbildung von Extremwetterereignissen wichtigen Niederschlagsbildung einschließlich des vertikalen Transports von Feuchte und Wolkenwasser,
  • den Selbstreinigungsprozessen in der Atmosphäre sowie
  • den chemischen und dynamischen Prozesse im Übergangsbereich zwischen Troposphäre und Stratosphäre

Die Flugzeugplattform HALO übertrifft bei nahezu allen wichtigen Parametern die Leistungsfähigkeit der bisher operierenden Forschungsflugzeuge. Für HALO wurde dazu ein kommerzieller Business Jet (Gulfstream G550) komplett umgebaut und ausgerüstet. Im Rumpf wurden zusätzliche optische Fenster und Durchbrüche für Lufteinlässe eingebaut. Für die Montage wissenschaftlicher Messausrüstungen verfügt das Flugzeug außerdem über spezielle Befestigungspunkte unterhalb des Rumpfs und der Tragflächen. In der Kabine wurden zusätzliche Leitungen zur Spannungsversorgung der Experimente integriert. HALO erreicht eine Flughöhe von mehr als 15 Kilometern und eine Reichweite über 8000 Kilometern. Damit und mit seiner Nutzlast von drei Tonnen sind erstmals Messungen möglich, die sich auf ganze Kontinenten erstrecken beziehungsweise auf allen Breiten - von den Tropen bis zu den Polen - sowie in Höhen bis zur unteren Stratosphäre stattfinden können. Die besonderen Eigenschaften des Forschungsflugzeugs eröffnen der deutschen Klima- und Atmosphärenforschung neue Dimensionen und festigen ihre Stellung in der Weltspitze. Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) hat mit seiner langjährigen Erfahrung mit Forschungsflugzeugen auch den Betrieb von HALO übernommen.

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