Mittelflüchtige organische Verbindungen

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Gerhard Lammel

Mittelflüchtige organische Verbindungen (semivolatile organic compounds, SOC) sind solche mit Sättigungsdampfdrücken im Bereich 10-6-10-2 Pa. Diese verteilen sich in Aerosolen zwischen der Gas- und der Partikelphase, beeinflusst vor allem von Temperatur und Partikeleigenschaften. SOCs werden direkt emittiert (z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAHs, und halogenierte Kohlenwasserstoffe) oder in der Atmosphäre oder im Boden gebildet (z.B. Dicarbonsäuren und Umwandlungsprodukte der vorgenannten Stoffe). Sofern es sich um Stoffe handelt, die nach Ablagerung am Boden, auf Vegetation oder in Oberflächenwässern nicht oder nur sehr langsam abgebaut werden (sog. persistente Stoffe) können sie durch Re-Volatiliserung erneut in die Atmosphäre eingetragen und verfrachtet werden (multihopping, Grashüpfer-Effekt). Die Gesamtverweildauer in der Umwelt übersteigt die in der Atmosphäre typischerweise um Größenordnungen.

Verteilung und Verbleib von PAHs und persistenten SOCs wird mittels globaler Modellierung untersucht. Es wird ein Atmosphären- oder ein gekoppeltes Atmosphäre-Ozean-Modell verwendet, das zur Erfassung von Austausch mit und Einlagerung in Böden, Vegetation, Eis und Ozean zum Multikompartimentmodell erweitert ist.