Paläoklimaforschung

Mikroanalytische Spurenelementuntersuchungen an kleinsten Ostrakoden, die vom Nam Co, einem See in Tibet, stammen. Bild: K. Jochum, MPI für Chemie

Arbeitsgruppe Dr. Klaus P. Jochum

Mitarbeiter

Ehemalige Mitarbeiter

Das Hauptinteresse der Arbeitsgruppe liegt in der Erforschung früherer regionaler und überregionaler klimatischer Ereignisse. Hierzu untersuchen wir Karbonat-Proben wie Stalagmite aus Tropfsteinhöhlen, Korallen aus dem Meer oder winzig kleine Ostrakoden aus Seesedimenten.

Außerdem interessieren uns Silikat-Proben wie zum Beispiel Glasschwämme aus der Tiefsee. Wir nutzen diese Proben als Informationsarchive über Umweltbedingungen in der Vergangenheit wie Klima, Vegetation, Landschaft und die Entwicklung menschlicher Aktivität. In unserem Labor können präzise und empfindliche Spurenelement- und Isotopenanalysen solcher Proben durchgeführt werden. Dazu verwenden wir sowohl ein Multi- und als auch ein Single-Kollektor-Sektorfeld-ICP-Massenspektrometer. Beide Instrumente können mit Nd:YAG-Laser Ablations-Systemen von 193 nm bzw. 213 nm Wellenlänge zur in-situ Mikroanalyse mit hoher räumlicher Auflösung von einigen Mikrometern kombiniert werden.

Weiterhin interessieren wir uns für den Chemismus und die Entwicklung des Systems von Kruste-Mantel-Kern der Erde, geologische, biologische und umweltrelevante Referenzmaterialien, wie zum Beispiel die international verwendeten MPI-DING Gläser, die von uns hergestellt und zertifiziert wurden. Die Gruppe befasst sich außerdem seit Jahren mit der Entwicklung und der Betreuung der geochemischen Datenbank GeoReM, die im Internet frei zugänglich ist.