Häufige Fragen

Fragen und Antworten allgemeiner Art

Wieso gehört die Klimaforschung zur Chemie und nicht zur Physik? Und wie unterscheidet sich überhaupt die Chemie von der Physik?
Chemie und Physik liegen in manchen Bereichen nah beieinander, sie unterscheiden sich jedoch darin, dass es einmal um chemische Reaktionen geht, bei denen ein oder mehrere Stoffe sich verändern und neue Eigenschaften entstehen (z.B. Wasserstoff und Sauerstoff verbinden sich, Wasser entsteht), und zum anderen geht es um physikalische Vorgänge, bei denen eine Zustandsänderung eintritt, während die Eigenschaften des Stoffes erhalten bleiben (z.B. bei Frost wird Wasser zu Eis). In unserem Bereich geht es zum größten Teil um chemische Reaktionen unterschiedlicher Stoffe, daher gehören wir in den Bereich der Chemie.

Gibt es unterschiedliche Formen der Wissenschaft? Oder was ist genau mit dem Begriff „Grundlagenforschung“ gemeint?
Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen den Bereichen. In der Wissenschaft unterscheidet man zwischen a) der „Grundlagenforschung“, in der es um die Erforschung der naturwissenschaftlichen Grundlagen geht, und b) der „angewandten Forschung“, bei der es um die Anwendung in der Praxis geht. Während die Grundlagenforschung wissen will, wie bestimmte Sachverhalte zusammenhängen, erforscht die angewandte Wissenschaft, wie man bestimmte Sachverhalte für wichtige Zwecke nutzbar machen kann.

Ist es möglich, gegebenenfalls gegen Entgelt, in Ihren Laboren eigenes Material (zum Beispiel das Leitungswasser aus unserer Küche) auf Schadstoffe analysieren zu lassen?  
Unsere Labore und Geräte sind bereits ausgelastet für unsere eigenen Untersuchungen, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für individuelle Analysen keine Kapazitäten frei haben. Ganz sicher finden Sie ein kommerziell arbeitendes chemisches Institut, das Auftragsarbeiten für Sie durchführt.

Wie finanziert sich das Max-Planck-Institut für Chemie?
Das Max-Planck-Institut für Chemie wird wie alle anderen Max-Planck-Institute und auch die Max-Planck-Gesellschaft zum größten Teil von Bund und Ländern finanziert. Zum einen Teil gibt es konstante Zuwendungen für Personal und laufende Kosten (die so genannten institutionellen Zuwendungen), zum anderen gibt es noch Investitionen für besondere Anlagen oder Geräte. Ein geringer Teil unserer Einnahmen stammt aus Drittmitteln. Das sind Zuzahlungen zu einzelnen wissenschaftlichen Projekten, beispielsweise vom Bund oder von der EU.

Mal lese ich „Max-Planck-Institut“, mal heißt es „Max-Planck-Gesellschaft“ – wo ist eigentlich der Unterschied?
Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG) ist eine weltweit führende Forschungsorganisation. Unter ihrem Dach sind die fast 80 Max-Planck-Institute (MPI) zusammengeschlossen. Jedes Institut hat seinen eigenen Forschungsschwerpunkt. Weitere Informationen zur MPG finden Sie hier auf der Seite Über die MPG.

Und wie kommt es zu dem Doppelnamen mit „Max-Planck-Institut für Chemie“ und „Otto-Hahn-Institut“?
Das ist historisch bedingt. Das Max-Planck-Institut für Chemie wurde ursprünglich als Kaiser-Wilhelm-Institut im Jahr 1912 gegründet. Otto Hahn (er lebte von 1879 bis 1968) war der erste Direktor der Abteilung Radiochemie ab 1912 bis 1948. 1944 erhielt er für die Entdeckung der Kernspaltung den Nobelpreis für Chemie.
Nach dem Krieg wurde die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft unter dem Namen Max-Planck-Gesellschaft (MPG) neu geschaffen. Otto Hahn war der Gründungspräsident und amtierte von 1948 bis 1960. 1960 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Max-Planck-Gesellschaft ernannt. Ihm zu Gedenken trägt unser Institut zusätzlich den Namen Otto-Hahn-Institut.

Ist Ihre Forschung allein in Mainz angesiedelt?
Der Sitz des Max-Planck-Instituts für Chemie ist in Mainz, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität (siehe Seite Anreise). Unsere Forschungen beschränken sich aber nicht auf den Standort Mainz. Bei einigen Projekten sammeln wir weltweit Messdaten, um sie dann zu analysieren. Das Klima des Amazonas-Regenwaldes nimmt in unserer Forschung einen breiten Raum ein, daher gibt es auch eine Außenstelle im Amazonas-Gebiet in Brasilien.

IMPRS und ORCAS – wofür stehen diese Abkürzungen?
IMPRS steht abgekürzt für „International Max Planck Research School for Atmospheric Chemistry and Physics“. Die Graduiertenschule wird von mehreren Instituten getragen und bietet ein interdisziplinäres Doktoratsprogramm. Weitere Informationen finden Sie direkt auf der Seite IMPRS.
ORCAS hingegen ist die Abkürzung für „Origin, fate and impact of biospheric climate-relevant trace gases during global change“, zu deutsch „Herkunft, Verbleib und Auswirkungen von biosphärischen klimarelevanten Spurengasen während des globalen (Klima-)Wandels“. ORCAS ist der Name einer Nachwuchs-Arbeitsgruppe, die im Bereich klima- und atmosphärenrelevante Spurengase forscht. Mehr zu ihrer Arbeit unter Gruppe Keppler.

Und was ist mit ATTO, HALO, GEOCYCLES und CARIBIC?
Das sind die Abkürzungen unserer derzeit laufenden Projekte:
ATTO ist das Amazonian Tall Tower Observatory, bei dem auf einer 300 m hohen Plattform die Atmosphäre des Amazonas-Regenwaldes erforscht wird. Mehr dazu unter der Seite des Projekts ATTO.
HALO ist ein hochmodernes Forschungsflugzeug, das mit einer Reichweite von 8.000 km und einer Flughöhe von 15 km weltweit Messungen in der Atmosphäre vornehmen kann, um Ozongehalt und Luftschadstoffe genauer zu untersuchen. Weitere Details finden Sie auf der Projektseite HALO.
GEOCYCLES ist ein interdisziplinäres Projekt, das mit mehreren Kooperationspartnern durchgeführt wird, um das System Erde und die Wechselwirkungen zwischen unserer Umwelt und der kulturellen Entwicklung der Menschheit zu erforschen. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Projekts GEOCYCLES.
CARIBIC ist die Abkürzung für „Civil Aircraft for the regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container“. Der Container fliegt regelmäßig an Bord eines Langstreckenflugzeugs der Lufthansa nach Amerika, Südafrika und Ostasien mit, um Messdaten zu sammeln und zu analysieren. Details dazu finden sich auf der Projektseite CARIBIC.

Fragen und Antworten für Studierende und Fachkollegen

Gibt es Promotionsmöglichkeiten am MPI für Chemie?
Gemeinsam mit Kooperationspartnern bieten wir am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz mehrere Promotionsmöglichkeiten:
Im Programm „International Max Planck Research School for Atmospheric Chemistry and Physics (IMPRS)“ bereiten wir Doktorandinnen und Doktoranden gemeinsam mit den Universitäten Mainz, Frankfurt und Heidelberg auf ihre Promotion vor. Die Einzelheiten dazu sind auf der Webseite IMPRS zu finden. (Link setzen)
Das „Max Planck Graduate Center mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz“ bietet ein international ausgerichtetes Doktoranden-Programm; beteiligt sind neben vier Fakultäten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auch das Max-Planck-Institut für Polymerforschung sowie das Max-Planck-Institut für Chemie hier in Mainz. Weitere Informationen gibt es auf der programmeigenen Website MPGC.

Wie sieht es mit Stellen für Post-Doktoranden aus?
Wir freuen uns über das Interesse und die Mitarbeit motivierter Nachwuchswissenschaftler. Bewerbungen sind uns jederzeit willkommen. Senden Sie diese bitte an die Personalstelle des Instituts (E-Mail: personal@mpic.de)

Kooperieren Sie nur bei Promotionen mit der Universität in Mainz oder geht die Kooperation auch darüber hinaus?
Die Kooperation geht über die Promotionsprogramme hinaus. So ist das interdisziplinäre Forschungszentrum GEOCYCLES eine gemeinsame Einrichtung unseres Instituts, der der Universität, des Römisch Germanischen Zentralmuseum und der Fachhochschule Mainz. Außerdem es gemeinsame Seminar- und Vorlesungsveranstaltungen wie das Physikalische Kolloquium der Universität Mainz. Prof. Borrmann, Leiter der Abteilung Partikelchemie leitet gleichzeitig auch das Institut für Physik der Atmosphäre an der Universität Mainz.

Arbeitet das Max-Planck-Institut für Chemie auch auf internationaler Ebene mit anderen Instituten und Wissenschaftlern zusammen?
Ja, die Wissenschaftler des MPI hier in Mainz arbeiten bei ihren Projekten mit Kollegen und Instituten aus der ganzen Welt zusammen. Von Brasilien über Finnland bis nach Zypern: Die Beispiele der Zusammenarbeit sind zahlreich, würden jedoch in ihren Details den Umfang dieser Antwort zu weit ausdehnen.