Emeritierte Wissenschaftliche Mitglieder

Zum Renommee des Instituts tragen auch seine hochrangigen emeritierten Wissenschaftlichen Mitglieder wesentlich bei. Albrecht Hofmann, Friedrich Begemann und der Nobelpreisträger Paul Crutzen sind weiterhin in der Forschung aktiv.

Meinrat O. Andreae
Meinrat O. Andreae

Meinrat O. Andreae, Direktor der Abteilung Biogeochemie von 1987 bis 2017

Vita
Geboren am 19. Mai 1949 in Augsburg. Studium der Mineralogie/Geochemie Univ. Karlsruhe und Göttingen, Promotion in Ozeanographie am Scripps Inst. of Oceanography (1977), Assistant Professor für Ozeanographie (1978-1982), Associate Professor (1982-1986), Professor für Ozeanographie Florida State Univ. (1986-1987), Direktor und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Chemie (1987 - 2017).

Profil

Albrecht W. Hofmann
Albrecht W. Hofmann

Albrecht W. Hofmann, Direktor der Abteilung Geochemie von 1980 bis 2007

Albrecht W. Hofmann (geb. 1939) wurde 1980 Direktor der neu gegründeten Abteilung Geochemie. In seiner Abteilung wurden großräumige geologische Vorgänge, wie z.B. die Bildung von kontinentaler und ozeanischer Kruste, die Entwicklung und chemische Differentiation des Erdmantels, aber auch die Zirkulation heutiger und früherer Ozeane untersucht.  Dazu gehören absolute Altersbestimmungen von Gesteinen mit Hilfe von massenspektrometrischen Messungen der Isotopenhäufigkeiten von natürlich vorkommenden radioaktiven Nukliden und ihrer Zerfallsprodukte. Darüberhinaus lassen sich extrem langfristige Recyclingprozesse von ehemaliger Erdkruste durch das tiefe Erdinnere mit Hilfe von Isotopenhäufigkeiten und Spurenelementgehalten in vulkanischen Laven nachweisen. In einer experimentellen Hochdruckgruppe wurden Drücke, Temperaturen und andere physikalisch-chemische Zustandsgrößen bei Mineralumwandlungen und Schmelzbildung im tiefsten Erdinnern experimentell untersucht. Im Jahr 2007 ging Albrecht Hofmann in den Ruhestand.

Paul Crutzen
Paul Crutzen

Paul Crutzen, Dreiktor der Abteiliung Atmosphärenchemie von 1978 bis 2000

Paul J. Crutzen (geb. 1933) wurde 1980 als Nachfolger von Christian Junge Direktor der Abteilung Chemie der Atmosphäre. In dieser Abteilung werden Laborversuche zur Bestimmung der Absorption von Ultraviolett- und Infrarotstrahlung durch atmosphärische Spurenstoffe durchgeführt, und es wird die Geschwindigkeit, mit der Stoffe in der Atmosphäre reagieren, bestimmt. Um die Entstehung des arktischen und antarktischen Ozonloches besser verstehen zu können, werden Prozesse, die an stratosphärischen Partikeln ablaufen, im Labor simuliert. Es werden weltweit Messungen von in unserer Lufthülle vorhandenen Spurenstoffen durchgeführt. Mathematische Modelle, in die die gewonnenen Daten einfließen, werden zur Beschreibung meteorologischer, klimatischer und chemischer Vorgänge entwickelt. Mit ihrer Hilfe werden z.B. die möglichen klimatischen Folgen eines nuklearen Krieges oder der Einfluß der menschlichen Aktivitäten auf Ozon und Klima abgeschätzt. Paul Crutzen wurde 1995 zusammen mit M. Molina und F. S. Rowland der Nobelpreis für Chemie verliehen. Paul Crutzen trat 2000 in den Ruhestand.

Profil

Anthropocene

Friedrich Begemann
Friedrich Begemann

Friedrich Begemann, Direktor der Abteilung Isotopenkosmologie von 1978 bis 1995

Friedrich Begemann (geb. 1927) war seit 1978 Direktor der Abteilung Isotopenkosmologie. Erforscht wurde in seiner Abteilung die Geschichte der Meteorite und ihre Eignung als "Raumsonden" für das Studium der kosmischen Strahlung und der chemischen und isotopischen Zusammensetzung des Sonnenwindes. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt waren Untersuchungen zur Kernsynthese mittelschwerer Elemente und ihrer Isotope. Später kamen Arbeiten zur Bestimmung der Herkunft archäologisch interessanter Metallfunde und zur Erforschung der Anfänge der Metallverarbeitung am Beginn der Bronzezeit hinzu. Friedrich Begemann ist seit 1995 im Ruhestand.

Günter Lugmair
Günter Lugmair

Günter W. Lugmair, Direktor der Abteilung Kosmochemie von 1996 bis 2005

Günter W. Lugmair (geb. 1940) wurde 1996 Nachfolger von Heinrich Wänke als Direktor der Abteilung Kosmochemie. Die Meteoritenforschung, die Erkundung der Prozesse im frühen Sonnensystem, die Studien zur Wirkung kosmischer Strahlung auf Meteorite und Altersbestimmungen bleiben weiterhin Schwerpunkte im Aufgabenspektrum der Abteilung. Hinzu kommen Studien der isotopischen Zusammensetzung von interstellaren Staubkörnern. Diese Untersuchungen lassen Rückschlüsse auf den Typ ihres Ursprungssystems und auf die nucleosynthetischen Prozesse in diesen Sternen zu. Ausgedehnt werden die Arbeiten zur Entwicklung von Experimenten an Bord von Raumsonden, die der Erforschung der Planeten unseres Sonnensystems, insbesondere des Mars, dienen. Günter Lugmair ist seit 2005 im Ruhestand.