Im wissenschaftlichen Diskurs: Das vom Menschen geprägte Erdzeitalter

Internationales Symposium „The Anthropocene“ diskutiert am 2. Dezember 2013 über die Auswirkungen des Faktors Mensch auf die Umwelt

Mainz, 26.11.2013

Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen!

Die Veranstaltung findet statt am
2. Dezember 2013, von 9 – 18.30 Uhr
im Kurfürstlichen Schloss Mainz,
Peter-Altmeier-Allee 1, 55116 Mainz

Bitte teilen Sie uns per E-Mail an infompicde mit, ob wir mit Ihrem Erscheinen rechnen können.

Zu Ehren des Atmosphärenchemikers Paul Crutzen, der 1995 zusammen mit Mario J. Molina und F. Sherwood Rowland für ihre richtungsweisenden Arbeiten zur Aufklärung des Ozonlochs den Nobelpreis für Chemie bekam und der am 3. Dezember seinen 80. Geburtstag feiert, diskutieren am 2. Dezember in Mainz namhafte Köpfe aus aller Welt über aktuelle umwelt- und klimapolitische Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht dabei der Begriff des Anthropozäns (englisch „Anthropocene“), den Paul Crutzen vor zehn Jahren als neue Bezeichnung für das durch den Menschen geprägte Erdzeitalter vorschlug.

Prägte den Begriff "Anthropozän", der Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen. Bild: Kurt Hensler
Prägte den Begriff "Anthropozän", der Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen. Bild: Kurt Hensler

Die Entdeckung des Ozonlochs sorgte 1985 für ein weltweites Aufschrecken. In bis heute beispielloser Schnelligkeit fanden sich damals innerhalb von nur zwei Jahren 24 Nationen an einem Tisch zusammen, um in Montreal ein Abkommen zu unterzeichnen, das die Produktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) schrittweise reduzieren und irgendwann vollständig beenden sollte. Seitdem haben sich viele weitere Staaten dem Montreal-Protokoll angeschlossen. Doch anders als damals vielleicht erhofft, sind die Themen Ozonschicht und – derzeit in weitaus stärkerem Maße – die vom Menschen verursachten Umweltveränderungen bis heute aktuell und dringender denn je.

Die durch das Max-Planck-Institut für Chemie gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung organisierte englischsprachige Konferenz wird schlaglichtartig verschiedene Aspekte der aktuellen Klimaforschung und damit zusammenhängender Fragen beleuchten. Dabei werden ebenfalls aus der Forschung resultierende politische Aufträge und Projekte angesprochen werden.

Insgesamt zehn hochrangige Forscher werden im Kurfürstlichen Schloss in Mainz am 2. Dezember 2013 von 9-18 Uhr ihre Gedanken rund um das Arbeitsgebiet „Anthropozän“ präsentieren. Dazu zählen bedeutende Forscher wie der Nobelpreisträger Mario Molina, der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer, die frühere Vorsitzende des Weltklimarats Susan Solomon, der Präsident der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften Ralph Cicerone sowie die Klimaforscher Hartmut Graßl und Veereabhadran Ramanathan.

Zu den politischen Gästen zählen u. a. die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen sowie Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Doris Ahnen wird Paul Crutzen für sein wissenschaftliches und gesellschaftliches Lebenswerk im Rahmen des Symposiums den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz überreichen.

Der Forscher Paul Crutzen

1980 trat Paul Crutzen sein Amt als Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz an. Als Nachfolger Christian Junges leitete er zwanzig Jahre lang die Abteilung „Chemie der Atmosphäre“, bevor er im Jahr 2000 in den Ruhestand ging. Anlässlich seines runden Geburtstags am 3. Dezember wünschte sich der Mainzer Ehrenbürger einen wissenschaftlichen Blick in die Zukunft statt selbigen zurück auf sein Leben zu werfen – ein Wunsch, dem das englischsprachige Symposium am 2. Dezember im Mainzer Kurfürstlichen Schloss in vollster Weise Rechnung trägt.