Bundespräsident trifft Max-Planck-Forscher am Amazonas

Max-Planck-Institut für Chemie informiert Bundespräsident Horst Köhler über die Bedeutung und Problematik des Regenwalds

5. März 2007

Im Rahmen seines Staatsbesuches in den Republiken Paraguay, Brasilien und Kolumbien wird Bundespräsident Horst Köhler am 12. März in Manaus eintreffen. Dort ist seit Jahren die „Tropen-Außenstelle“ der Max-Planck-Gesellschaft angesiedelt, die sich bis jetzt insbesondere mit den Schwerpunkten Ökophysiologie, Biodiversität, Produktivität. Als Vertreter der Max-Planck-Gesellschaft wird Prof. Meinrat O. Andreae vom Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie den Bundespräsidenten über die Bedeutung und Problematik des Regenwalds informieren.

Abholzung und Ansiedlung im Amazonasregenwald zerstören lebenswichtige Ökosysteme und verursachen Klimaänderungen.

Der Globale Wandel beeinflusst alle Komponenten des Systems Erde – die Atmosphäre und das Klima, die Vegetation und Artenvielfalt, die natürlichen Stoffkreisläufe und Ökosysteme. Dies gilt insbesondere für die tropischen Gebiete, die eine Schlüsselrolle in der Selbstreinigung der Atmosphäre und der Klimaregelung einnehmen. Gerade hier spielen sich gegenwärtig die schnellsten Änderungen der Landnutzung und Vegetationsstruktur, der Bevölkerungsdichte und der Schadstoffemissionen ab. Das größte tropische Ökosystem liegt in Südamerika mit dem Amazonasgebiet im Zentrum. Rund die Hälfte aller auf dem Land lebenden Tier- und Pflanzenarten leben dort. Durch Rodung geht jedoch immer mehr Regenwald unwiederbringlich verloren. Die Humusschicht erodiert und zurück bleibt unfruchtbares, ökologisch nutzloses Land. Konzepte für eine nachhaltige und schonende Nutzung dieses Ökosystems sind dringend geboten.

Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia (Manaus) und der Max-Planck-Gesellschaft hat das Max-Planck-Institut für Limnologie eine „Tropen-Außenstelle“ in Manaus eingerichtet. Die Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe konzentrieren sich auf die Ökophysiologie, Sukzession, Biodiversität, Produktivität und Nachhaltigkeit in Amazonien. Ab Mitte des Jahres wird die Kooperation durch die Abteilung Biogeochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie unter Leitung des Direktors Prof. Meinrat O. Andreae weitergeführt. Die Koordination wird Prof. Jürgen Kesselmeier vom MPI Chemie übernehmen.

Mit dieser Übernahme des Kooperationsvertrages sind signifikante Änderungen in der Ausrichtung der wissenschaftlichen Arbeiten verknüpft, wobei die bisherige Forschung als eine wesentliche Grundlage weitergeführt wird. Die neuen Forschungsschwerpunkte befassen sich mit klimarelevanten Spurengasen und deren Austausch zwischen dem System Boden/Vegetation und der Atmosphäre, der Bildung und Funk­tion von natürlichen und anthropogenen Aerosolen im Klimageschehen sowie dem Einfluss von Vegetationsbränden auf die Ökologie und Luftverschmutzung. Diese Effekte haben Auswirkungen weit über das Ama­zonasbecken und die Tropen hinaus.

Jetzt nutzt Bundespräsident Köhler die Gelegenheit, sich über dieses einzigartige Ökosystem zu informieren. Während einer Schiffsexkursion auf dem Amazonas, auf der auch die Vertreter der Max-Planck-Gesellschaft anwesend sein werden, finden Kurzvorträge und anschließende Diskussionen zu Problemen des Klimaschutzes, Naturschutzes und nachhaltiger Nutzung statt.

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