Fleischkonsum der Vor- und Frühmenschen

Gruppenleiterin: Dr. Tina Lüdecke

Querschnitt eines über 1 Million Jahre alten Zahns von Homo erectus. Als äußere Schicht ist deutlich der Zahnschmelz zu erkennen, an dem die Forschenden der Lüdecke Gruppe ihre Messungen durchführen werden.“

Die Veränderung der Ernährung und insbesondere der Verzehr tierischer Produkte wird als Schlüsselereignis für die menschliche Evolution und den Erfolg der Gattung Homo angesehen. Bislang fehlen jedoch anerkannte, direkte Nachweise dafür wann Vor- und Frühmenschen angefangen haben, Fleisch zu verzehren. Diese Wissenslücke über den Beginn und die Entwicklung des Fleischkonsums früher Hominini möchte die Emmy Noether Forschergruppe (Hominin Meat Consumption, kurz "HoMeCo") um Dr. Tina Lüdecke schließen. Dazu hat das Team eine neue Methode entwickelt, mit der Stickstoffisotopenverhältnisse im Zahnschmelz messbar sind.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden Zähne von Vor- und Frühmenschen und koexistierenden Tieren untersuchen, um ihre Position im Nahrungsnetz besser zu verstehen. Hierzu werden sie 4,2 bis 1,4 Millionen Jahre alte Zähne von unseren unmittelbaren Vorfahren, also der Gattung Homo, aber auch der ausgestorbenen Menschenaffen Australopithecus, Paranthropus und Kenyanthropus aus dem östlichen und südlichen Afrika analysieren. Dieser einzigartige Datensatz wird maßgeblich zum Verständnis von regionalen, zeitlichen und taxonomischen Unterschieden in der Anpassung der Ernährungsweise unserer frühen Vorfahren in einer Zeit mit überregionalen klimatischen Veränderungen beitragen. 

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