Hohe Auszeichnung für Max-Planck-Geochemiker

Albrecht W. Hofmann erhält den Urey-Preis der Europäischen Gesellschaft für Geochemie

23. Februar 2015

Die „European Association of Geochemistry“ ehrt Albrecht W. Hofmann mit der Verleihung des diesjährigen Harold Urey-Awards für seine herausragende wissenschaftliche Karriere. Albrecht „Al“ Hofmann leitete von 1980 bis 2007 die Abteilung Geochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie.

Prof. Dr. Albrecht "Al" Hofmann.

Der Geochemiker erforschte großräumige geologische Vorgänge. Er ging beispielsweise der Frage nach, wie sich die kontinentalen und ozeanischen Erdkrusten bildeten und wie sich der Erdmantel entwickelte und chemisch differenzierte. Dazu analysierte er die Verteilung von Isotopen und Spurenelementen in Gesteinen, anhand derer sich bestimmen lässt, woher ein Gestein stammt.

Bekannt machte ihn besonders seine Recycling-These zu Vulkanen auf ozeanischen Inseln wie Hawaii oder Island. Hofmann stellte fest, dass viele Vulkane entstehen, indem ehemaliger Ozeanboden, der vor einer Milliarde Jahren in den Erdmantel versank, durch Konvektionsströme des Mantels wieder zum Vorschein kommt.

„Al Hofmann ist ein außergewöhnlicher Forscher, der es immer geschafft hat, seine Faszination für Geochemie an andere weiterzugeben“, sagt Stephen Galer, wissenschaftlicher Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Chemie und langjähriger Mitarbeiter Hofmanns.

Junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern, ist für Hofmann weiterhin eine Herzensangelegenheit. So lehrt der heute 75-jährige als Honorarprofessor am Lamont-Doherty Earth Observatory, Columbia University, New York und an der University of Nanjing, China sowie als Gastprofessor an der China University of Geosciences in Wuhan, China.

Die Verleihung des Preises findet im Rahmen der diesjährigen Goldschmidt-Konferenz in Prag statt. Die Auszeichnung ist nach dem amerikanischen Physikochemiker Harold Clayton Urey benannt. Seine bahnbrechenden Arbeiten über Isotope und besonders die Entdeckung von Deuterium, ein natürliches Isotop von Wasserstoff, brachten ihm den Nobelpreis für Chemie im Jahr 1934 ein.

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