Das Ozonloch

Station 10

Das Ozonloch über der Antarktis im Jahr 2006, Bild: NASA

In den 1980er Jahren entdeckte man, dass über dem Süd- und Nordpol die schützende Ozonschicht immer dünner wurde und so verstärkt schädliche UV-Strahlung auf die Erdoberfläche traf. Der Begriff Ozonloch war geboren. Zuvor hatten die Chemiker Mario J. Molina und Frank Sherwood Rowland bereits davor gewarnt, dass die vom Menschen freigesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffe sich negativ auf die Ozonschicht auswirken. Paul J. Crutzen klärte den Einfluss der Polaren Stratosphärenwolken bei der Bildung des Ozonlochs. Im Jahr 1995 erhielten die drei Forscher dafür den Nobelpreis für Chemie.

Die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs), die man in Spraydosen und Kühlmitteln verwendete, sind die Hauptverursacher des Ozonlochs. Sie reichern sich in der Stratosphäre an und können auf Grund der Temperaturverhältnisse und Strömungskreisläufe nicht mehr abgebaut werden. Durch das Sonnenlicht entstehen Radikale, die die Ozonmoleküle zersetzen.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen hatte die Entdeckung von Molina, Rowland und Crutzen auch politische Folgen. 1987 entstand das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. Das weltweite Umweltabkommen hat wesentlich dazu beigetragen, dass die ozonabbauenden FCKWs durch andere Stoffe ersetzt wurden und sich die Ozonschicht langsam wieder erholt.



Der dritte Nobelpreis

Nach Bekanntgabe des Nobelpreises fährt eine Kutsche Paul Crutzen und seiner Frau 1995 zum Max-Planck-Institut. Bild: MPI für Chemie

Paul J. Crutzen wurde 1980 als Nachfolger von Christian Junge Direktor der Abteilung Chemie der Atmosphäre am MPI für Chemie. Er startete seine wissenschaftliche Karriere mit 25 Jahren als Programmierer im Meteorologischen Institut der Universität Stockholm. Messkampagnen des Instituts brachten ihn in Kontakt mit ersten meteorologischen Modellen. Als Assistenzwissenschaftler arbeitete er sich mehr und mehr in die Fotochemie des atmosphärischen Ozons ein.

In den 1980er Jahren untersuchte Paul Crutzen, welchen Einfluss Eispartikel in Polaren Stratosphärenwolken auf den Ozonabbau haben. Seine Erklärung: An der Oberfläche der Partikel werden Chlor und Brom zu hochreaktiven katalytisch wirksamen Formen und zerstören anschließend die Ozonmoleküle.

1995 erhielt Paul Crutzen zusammen mit seinen Kollegen Mario Molina und Sherwood Rowland den Nobelpreis für Chemie.

Computertastatur von Paul Crutzen. Foto: Susanne Benner

2012 schrieb Paul Crutzen zu seiner Entdeckung:
„We were all flabbergasted and it took time to explain it scientifically. At the same time it clearly had a life-threatening dimension for humankind on earth. It was clear that something had to be done, and in the 1980s the CFC gases were banned from production. Nevertheless it will take several years to heal the ozone hole. The question now is: are we able to counter the effects of the other greenhouse gases released by human activities?”

Nobelpreisurkunde von Paul Crutzen. Foto: Susanne Benner

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